2016 wird ein gutes Jahr für Virtual Reality

2016 wird ein gutes Jahr für Virtual Reality

Eine Einschätzung von Matthias Wolk

Für lange Zeit waren Virtual Reality und 360°-Videos die oft belächelten Wunschträume der Technikfreaks und Gaming-Nerds dieser Welt. Dem ist heute nicht mehr so. Mittlerweile hat sich technisch so viel getan, dass aus diesem Wunschtraum Realität geworden ist. 360°-Videos können ganz einfach auf Smartphones konsumiert werden, die Videoplattform YouTube und neuerdings auch Facebook unterstützen das Format. Mit eigens dafür entwickelten Brillen von Samsung, Google oder Oculus kann das Sehvergnügen maximiert werden.

Virtual Reality ist beim Nutzer angekommen

Das Jahr 2016 wird ein gutes Jahr für Virutal Reality und 360°-Videos. Vergangenen Monat kam bereits eine VR-Brille von Samsung auf den Markt, für Anfang 2016 ist der Release der Nutzervariante der Oculus Rift VR-Brille geplant. Dadurch gelangt die, für Virtual Reality notwendige, Infrastruktur in die Privathaushalte und die Nachfrage nach 360°-Content wird steigen.

Das „ultimative Medium“

Der deutsche Journalist Lorenz Matzat nannte Virtual Reality im Interview mit dem Magazin VRODO das „ultimative Medium in dem Sinne, dass visuell nicht mehr geht”. Damit hat er höchstwahrscheinlich recht. Kein anderes Medium nimmt den Zuseher auf eine derart intensive Weise mit ins Geschehen – eine Tatsache, die für viele Brachen einen absoluten Mehrwert hat.

p1210789Die Gaming Industrie ist nach wie vor die treibende Kraft in der Virtual Reality-Entwicklung. Aber auch für andere Branchen wird Virtual Reality interessant werden. Die Tourismus- oder Immobilenbranche – setzte bislang auf Panoramafotos um Kunden einen Vorabeindruck zu liefern. 360°-Videos bieten noch mehr Möglichkeiten sich dem Kunden realitätsgetreu zu präsentieren. Auch Freizeitparks, Naturreservate, Sportstätten, Zoos, Restaurants, Outdoor-Anbieter und Veranstalter jeder Art werden 360°-Videos für sich entdecken. Ja, die Liste ist endlos.

Auch die Medizin und die Justiz könnten Gefallen an Virtual Reality finden. Ärzte verwenden VR-Brillen bereits, etwa um vor Operationen einen Einblick in den Körper zu bekommen. Im Gerichtsaal könnte Virtual Reality zu einer besseren Rekonsturktion von Tathergängen beitragen, wie das Forensische Institut der Uni Zürich im vergangenen Jahr in einer Forschung feststellte .

360°-Videos zeigen das ganze Bild?

Spannend wird Virtual Reality natürlich auch für den Journalismus. Bemerkenswerte Berichterstattung gab es in diesem Jahr zum Beispiel vom Wall Street Journal, der New York Times oder vom amerikanischen Fernsehsender ABC. Doch auch hierzulande tut sich einiges. Die Jungjournalistin Susanne Dickel etwa, setzt für Welt-Online 360°-Kameras ein und wurde dafür zu einer der „Besten 30 unter 30“ Journalisten 2015 gekürt.

foto-3Die Diskussion über den Nutzen von Virtual Reality im Journalismus dreht sich um das Stichwort Objektivität – einem der wichtigsten Ideale des Journalismus überhaupt. Gelingt es, mit Hilfe von 360°-Videos noch mehr Objektivität in die Berichterstattung zu bringen, da nicht nur ein Ausschnitt sondern immer das ganze Bild gezeigt wird? Oder aber, wird dadurch zu viel Empathie erzeugt – was fraglich nicht die erste Aufgabe des Journalismus ist? Das preisgekrönte 360°-Video des Journalisten Christian Stephen aus der kriegsgebeutelten syrischen Stadt Aleppo ist ein Beispiel für diesen schmalen Grat zwischen Objektivität und Empathie. Die Debatte bleibt spannend.

Virtual Reality ist nicht die Zukunft, sondern bereits Gegenwart geworden. Das Jahr 2016 wird in jeder Hinsicht spannend für Videomacher. Die technische Infrasturktur ist vorhanden, nun liegt es an uns, den dafür passenden Content zu liefern. Bei RealTV setzten wir unserer Kreativität keine Grenzen und sind mit unseren 360°-Projekten voll und ganz am Puls der Zeit.